Ratsuchende

Auf dieser Seite haben wir für Sie Antworten auf die häufigsten Fragen rund um die Begleitung und die Versorgung am Lebensende zusamengestellt.

Sie können sich mit Ihren Fragen oder Anliegen aber auch direkt an uns wenden.

Was heißt "palliativ"?

Das Wort „palliativ“ kommt vom lateinischen Wort „pallium“, was „Mantel“ bedeutet. Diesem Bild folgend, werden Personen in der palliativen Versorgung wie von einem Mantel umhüllt, geschützt und umfassend begleitet. In der Medizin bedeutet palliativ, Symptome und andere Beschwerden zu lindern, wenn eine Krankheit nicht geheilt werden kann. Betroffenen soll es in ihrer verbleibenden Lebenszeit so gut wie möglich gehen.

Was heißt "Hospiz"?

Das Wort „Hospiz“ kommt vom lateinischen Wort „hospitium“, das heißt „Gastfreundschaft“ oder „Herberge“. Ursprünglich waren Hospize Herbergen für Reisende, Pilger oder bedürftige Menschen. Heute gibt es ambulante Hospizdienste und Hospize, die Menschen am Lebensende versorgen und begleiten.

Wo werden Menschen hospizlich oder palliativ versorgt?

Menschen können hospizlich oder palliativ sowohl zu Hause als auch in speziellen Einrichtungen versorgt werden. Die Dienste und Einrichtungen der Hospiz- und Palliativversorgung arbeiten eng zusammen. Je nachdem, was der erkrankte Mensch und seine An- und Zugehörigen benötigen, gibt es Hilfen in akuten Krisen oder über einen längeren Zeitraum hinweg. Hier ist eine Auflistung der Dienste und Einrichtungen, die zur Verfügung stehen:

T Ambulante Hospizdienste

begleiten schwerstkranke und sterbende Menschen zuhause in ihrer gewohnten Umgebung. Sie unterstützen und entlasten auch ihre Familienangehörigen und nahestehende Personen. Die qualifizierten ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hospizdienste leisten konkrete Hilfe, vom einfachen Dasein, über Gespräche bis hin zu Hilfe bei Erledigungen. Hospizdienste leisten auch Beratung zu wichtigen Fragen am Lebensende und bieten Hilfestellungen für trauernde Hinterbliebene an.

Ein ambulanter Hospizdienst braucht keine ärztliche Verordnung. Sie können sich direkt mit einem Dienst in Verbindung setzen. Zu einem ersten unverbindlichen Gespräch kommt die Koordinatorin oder der Koordinator des Dienstes zu Ihnen nach Hause. Die Begleitung durch einen Hospizdienst ist kostenfrei. Sie ist auch in einer stationären Pflegeeinrichtung oder im Krankenhaus möglich. Finden Sie hier Hospizdienste in Ihrer Nähe

T Spezialisierte ambulante Palliativversorgung

Es gibt Teams von speziell ausgebildeten Ärztinnen und Ärzten, Pflegenden und anderen Berufsgruppen, die ins Haus, d.h. in die eigene Wohnung, ins Pflegeheim oder eine andere Wohneinrichtung kommen, um dort Hilfe und Unterstützung anzubieten. Dieses Angebot ist für Menschen mit schwer behandelbaren Krankheiten gedacht, die ihre verbleibende Lebenszeit möglichst in der vertrauten Umgebung verbringen möchten. Die Palliative Care Teams (im Rheinland) bzw. die Palliativmedizinischen Konsiliardienste (in Westfalen-Lippe) bestehen aus erfahrenen Expertinnen und Experten der Palliativmedizin und -pflege, sowie weiteren Berufsgruppen.

Für diese spezielle Versorgung ist eine ärztliche Verordnung notwendig. Wenden Sie sich dafür an Ihren behandelnden Arzt oder Ihre behandelnde Ärztin. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse. Hier finden Sie Anbieter in Ihrer Nähe

T Palliativpflegedienste

sind spezialisierte Pflegedienste, die sich um Menschen kümmern, die an einer unheilbaren und fortschreitenden Krankheit leiden. Ihr Ziel ist es, Schmerzen zu lindern, Beschwerden zu verringern und die Lebensqualität so gut wie möglich zu erhalten – zu Hause, im vertrauten Umfeld. Die Pflegekräfte dieser Dienste sind besonders geschult im Umgang mit schwerkranken Menschen. Sie helfen zum Beispiel bei der Medikamentengabe, beim Lagern, Waschen oder bei der Ernährung. Dabei gehen sie auf die Wünsche und Ängste der Betroffenen ein und beziehen auch die Angehörigen mit ein.

Palliativpflegedienste arbeiten eng mit Ärztinnen und Ärzten, Hospizdiensten und anderen Fachleuten zusammen. Sie sind oft rund um die Uhr erreichbar – auch nachts und am Wochenende. Die Pflege ist für Betroffene in der Regel kostenlos, wenn sie von der Krankenkasse genehmigt wird. Hier finden Sie Anbieter in Ihrer Nähe

T Stationäre Hospize

sind kleine, eigenständige Einrichtungen mit wenigen Betten. Hier werden schwerstkranke und sterbende Menschen von speziell ausgebildetem Fachpersonen pflegerisch, psychosozial und seelsorgerisch begleitet. Der Hausarzt, die Hausärztin oder besonders qualifizierte Palliativärztinnen und -ärzte kommen zur medizinischen Behandlung ins Hospiz. Auch die Familien und Nahestehenden der Hospizgäste erhalten Begleitung und Unterstützung. Die Aufnahme in ein stationäres Hospiz ist sinnvoll, wenn die Versorgung zu Hause nicht möglich ist.

Die Aufnahme ins Hospiz wird durch eine ärztliche Verordnung geregelt. Wenden Sie sich hierfür an Ihren behandelnden Arzt/ Ärztin. Beachten Sie, dass es zu Wartezeiten auf einen Hospizplatz kommen kann. Die Kosten für den Aufenthalt im Hospiz werden von der gesetzlichen Krankenversicherung und der Pflegeversicherung übernommen. Finden Sie hier ein stationäres Hospiz in Ihrer Nähe

T Palliativstationen

sind besondere Abteilungen im Krankenhaus. Sie nehmen Patientinnen und Patienten mit einer unheilbaren Erkrankung auf, die starke Beschwerden haben, eine besondere Pflege oder eine intensive Betreuung benötigen. Speziell geschultes Personal versorgt und behandelt dort die Patientinnen und Patienten. Sie erhalten auch psychologische und seelsorgerische Begleitung. Auf der Palliativstation sollen Beschwerden gelindert werden. Wenn möglich, werden Patientinnen und Patienten dann nach Hause entlassen oder sie können in eine andere Einrichtung einziehen. Die Leistungen der Palliativstationen sind für die Patientinnen und Patienten kostenfrei, die Kosten werden von der Krankenversicherung übernommen. Hier finden Sie eine Palliativstation in Ihrer Nähe

Weiterführende Informationen in den Sprachen deutsch, russisch und türkisch erhalten Sie hier:

Hospiz von A-Z – Ein Informationsleitfaden (deutsch) Download / Broschüre bestellen
Hospiz von A-Z – Ein Informationsleitfaden. Хоспис от А до Я – Информационное руководство. (russisch) Download / Broschüre bestellen
Hospiz von A-Z – Ein Informationsleitfaden. A’ dan Z’ ye Bilgilendirme Kılavuzu (türkisch) Download / Broschüre bestellen

Welche Unterstützung kann ich erhalten, wenn ich mich zu Hause oder dauerhaft in einer Einrichtung befinde (Pflegeeinrichtung, Wohngemeinschaft oder betreutes Wohnen)?

Die meisten Menschen möchten auch in schwerer Krankheit oder am Lebensende in ihrer vertrauten Umgebung bleiben. Dies ist entweder das eigene Zuhause, eine Pflegeeinrichtung, eine Wohngemeinschaft oder eine Einrichtung für betreutes Wohnen.

Um dies zu ermöglichen, gibt es vielfältige Unterstützungs- und Hilfsangebote. Ihr Hausarzt oder ihre Hausärztin werden Sie in der Regel weiter behandeln und begleiten. Je nach Bedarf kommen Expertinnen und Experten der ambulanten hospizlichen und palliativen Versorgung hinzu. Sie bringen Erfahrung und Fachwissen mit, z.B. für die Beratung oder die Behandlung von Schmerzen und anderen Beschwerden. Zu den ambulanten Angeboten zählen ambulante Hospizdienste, spezialisierte ambulante Palliativversorger sowie Palliativpflegedienste. Genauere Informationen zu diesen Anbietern finden Sie hier.

T Ambulante Hospizdienste

begleiten schwerstkranke und sterbende Menschen zuhause in ihrer gewohnten Umgebung. Sie unterstützen und entlasten auch ihre Familienangehörigen und nahestehende Personen. Die qualifizierten ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hospizdienste leisten konkrete Hilfe, vom einfachen Dasein, über Gespräche bis hin zu Hilfe bei Erledigungen. Hospizdienste leisten auch Beratung zu wichtigen Fragen am Lebensende und bieten Hilfestellungen für trauernde Hinterbliebene an.

Ein ambulanter Hospizdienst braucht keine ärztliche Verordnung. Sie können sich direkt mit einem Dienst in Verbindung setzen. Zu einem ersten unverbindlichen Gespräch kommt die Koordinatorin oder der Koordinator des Dienstes zu Ihnen nach Hause. Die Begleitung durch einen Hospizdienst ist kostenfrei. Sie ist auch in einer stationären Pflegeeinrichtung oder im Krankenhaus möglich. Finden Sie hier Hospizdienste in Ihrer Nähe

T Spezialisierte ambulante Palliativversorgung

Es gibt Teams von speziell ausgebildeten Ärztinnen und Ärzten, Pflegenden und anderen Berufsgruppen, die ins Haus, d.h. in die eigene Wohnung, ins Pflegeheim oder eine andere Wohneinrichtung kommen, um dort Hilfe und Unterstützung anzubieten. Dieses Angebot ist für Menschen mit schwer behandelbaren Krankheiten gedacht, die ihre verbleibende Lebenszeit möglichst in der vertrauten Umgebung verbringen möchten. Die Palliative Care Teams (im Rheinland) bzw. die Palliativmedizinischen Konsiliardienste (in Westfalen-Lippe) bestehen aus erfahrenen Expertinnen und Experten der Palliativmedizin und -pflege, sowie weiteren Berufsgruppen.

Für diese spezielle Versorgung ist eine ärztliche Verordnung notwendig. Wenden Sie sich dafür an Ihren behandelnden Arzt oder Ihre behandelnde Ärztin. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse. Hier finden Sie Anbieter in Ihrer Nähe

T Palliativpflegedienste

sind spezialisierte Pflegedienste, die sich um Menschen kümmern, die an einer unheilbaren und fortschreitenden Krankheit leiden. Ihr Ziel ist es, Schmerzen zu lindern, Beschwerden zu verringern und die Lebensqualität so gut wie möglich zu erhalten – zu Hause, im vertrauten Umfeld. Die Pflegekräfte dieser Dienste sind besonders geschult im Umgang mit schwerkranken Menschen. Sie helfen zum Beispiel bei der Medikamentengabe, beim Lagern, Waschen oder bei der Ernährung. Dabei gehen sie auf die Wünsche und Ängste der Betroffenen ein und beziehen auch die Angehörigen mit ein.

Palliativpflegedienste arbeiten eng mit Ärztinnen und Ärzten, Hospizdiensten und anderen Fachleuten zusammen. Sie sind oft rund um die Uhr erreichbar – auch nachts und am Wochenende. Die Pflege ist für Betroffene in der Regel kostenlos, wenn sie von der Krankenkasse genehmigt wird. Hier finden Sie Anbieter in Ihrer Nähe

Angebote und Dienste in Ihrer Region finden Sie hier. Die Kosten für die Leistungen der ambulanten hospizlichen und palliativen Versorgung werden von der Kranken- und Pflegeversicherung übernommen.

Weiterführende Informationen:

Gemeinsam auf dem Weg – Hospizkultur und Palliativversorgung in Einrichtungen der Behindertenhilfe Download / Broschüre bestellen
Werd ich ein Stern am Himmel sein. Ein Buch für alle und insbesondere für Bewohnerinnen und Bewohner von Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen Download / Broschüre bestellen (nicht verf.)

Welche Möglichkeiten gibt es, wenn ich nicht mehr zu Hause leben kann?

Im Verlauf einer Erkrankung können Beschwerden so belastend werden, dass eine Versorgung zu Hause vorübergehend oder dauerhaft nicht möglich ist. Mit einer ärztlichen Verordnung kann eine Patientin oder ein Patient je nach Bedarf und freien Plätzen auf eine Palliativstation oder in ein stationäres Hospiz aufgenommen werden. Genauere Informationen zu diesen Angeboten finden Sie hier.

T Stationäre Hospize

sind kleine, eigenständige Einrichtungen mit wenigen Betten. Hier werden schwerstkranke und sterbende Menschen von speziell ausgebildeten Fachpersonen pflegerisch, psychosozial und seelsorgerisch begleitet. Der Hausarzt, die Hausärztin oder besonders qualifizierte Palliativärztinnen und -ärzte kommen zur medizinischen Behandlung ins Hospiz. Auch die Familien und Nahestehenden der Hospizgäste erhalten Begleitung und Unterstützung. Die Aufnahme in ein stationäres Hospiz ist sinnvoll, wenn die Versorgung zu Hause nicht möglich ist.

Die Aufnahme ins Hospiz wird durch eine ärztliche Verordnung geregelt. Wenden Sie sich hierfür an Ihren behandelnden Arzt/Ihre behandelnde Ärztin. Beachten Sie, dass es zu Wartezeiten auf einen Hospizplatz kommen kann. Die Kosten für den Aufenthalt im Hospiz werden von der gesetzlichen Krankenversicherung und der Pflegeversicherung übernommen. Finden Sie hier ein stationäres Hospiz in Ihrer Nähe

T Palliativstationen

sind besondere Abteilungen im Krankenhaus. Sie nehmen Patientinnen und Patienten mit einer unheilbaren Erkrankung auf, die starke Beschwerden haben, eine besondere Pflege oder eine intensive Betreuung benötigen. Speziell geschultes Personal versorgt und behandelt dort die Patientinnen und Patienten. Sie erhalten auch psychologische und seelsorgerische Begleitung. Auf der Palliativstation sollen Beschwerden gelindert werden. Wenn möglich, werden Patientinnen und Patienten dann nach Hause entlassen oder sie können in eine andere Einrichtung einziehen. Die Leistungen der Palliativstationen sind für die Patientinnen und Patienten kostenfrei, die Kosten werden von der Krankenversicherung übernommen. Hier finden Sie eine Palliativstation in Ihrer Nähe

Angebote und Dienste in Ihrer Region finden Sie hier.

Welche Angebote gibt es für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene?

Auch Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene können schwer erkranken oder eine lebensverkürzende Erkrankung haben. Dies stellt die Eltern und Familien häufig vor große Herausforderungen mit vielfältigen Belastungen für alle Beteiligten. Für diese Situation gibt es spezialisierte Dienste und Einrichtungen mit Fachwissen und Erfahrungen aus langjähriger Begleitung junger Menschen und ihrer Familien.

Anders als bei Erwachsenen werden Kinder und Ihre Familien auf Wunsch bereits ab der Diagnosestellung begleitet und nicht erst in der letzten Lebensphase. Die Versorgung kann ambulant oder stationär stattfinden und verfolgt das Ziel, Schmerzen zu lindern, psychosoziale Belastungen zu reduzieren und die Lebensqualität zu verbessern.

T Kinderhospizdienste

begleiten Familien oft über viele Jahre – manchmal vom Zeitpunkt der Diagnose bis über den Tod des Kindes hinaus. Dabei kommen qualifizierte Ehrenamtliche regelmäßig zu den Familien nach Hause. Sie hören zu, spielen mit dem kranken Kind oder kümmern sich um Geschwisterkinder. Ziel ist es, Entlastung zu schaffen und emotionale Unterstützung zu geben. Die Dienste helfen auch bei organisatorischen Fragen und vermitteln Kontakte zu weiteren Hilfen. Die Begleitung ist für die Familien kostenlos. Hier finden Sie Anbieter in Ihrer Nähe.

T Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung für Kinder und Jugendliche (SAPV)

ist ein medizinisches und pflegerisches Angebot für schwerkranke Kinder, die zu Hause versorgt werden. Ein Team aus speziell ausgebildeten Ärztinnen und Ärzten, Pflegekräften und weiteren Fachpersonen kommt zu den Familien. Sie kümmern sich darum, dass das Kind möglichst wenig Schmerzen hat, gut versorgt ist und zuhause bleiben kann – auch in schwierigen Phasen. Die SAPV ist rund um die Uhr erreichbar und kann von Kinderärztinnen und -ärzten verordnet werden. Die Kosten übernehmen die Krankenkassen. Hier finden Sie Anbieter in Ihrer Nähe.

T Kinderpalliativpflegedienste

haben sich auf die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit schweren Erkrankungen spezialisiert. Sie arbeiten oft eng mit der SAPV für Kinder und Jugendliche zusammen. Die Pflegekräfte haben besondere Erfahrung im Umgang mit Kindern in Palliativsituationen. Sie helfen bei der Medikamentengabe, Körperpflege und technischen Hilfsmitteln. Gleichzeitig achten sie sehr darauf, das Kind und die Familie sensibel und kindgerecht zu begleiten. Hier finden Sie Anbieter in Ihrer Nähe.

T Kinderhospize

sind ein Ort, an dem schwerkranke Kinder und Jugendliche gemeinsam mit ihrer Familie für eine begrenzte Zeit aufgenommen werden können. Die Familien kommen oft für eine sogenannte Entlastungspflege – das bedeutet, dass sie dort neue Kraft schöpfen können, während das Team sich um die Pflege und Betreuung des Kindes kümmert. Auch die Geschwister und Eltern werden mit einbezogen. In der letzten Lebensphase eines Kindes kann ein Kinderhospiz auch ein Ort des Abschiednehmens und der Begleitung im Sterben sein. Hier finden Sie Anbieter in Ihrer Nähe.

T Palliativstationen für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene

befinden sich meist in Kinderkliniken oder spezialisierten Zentren. Hier werden Kinder aufgenommen, wenn eine besonders intensive medizinische oder pflegerische Betreuung nötig ist – zum Beispiel zur Schmerzeinstellung oder bei plötzlichen Krisen. Das Ziel ist, die Beschwerden zu lindern und das Kind möglichst bald wieder nach Hause entlassen zu können. Auch hier steht nicht nur die Behandlung des jungen Menschen im Vordergrund, sondern auch die Begleitung der gesamten Familie. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse. Hier finden Sie Anbieter in Ihrer Nähe.

Wem stehen palliative und hospizliche Angebote zur Verfügung?

Palliative und hospizliche Angebote stehen Menschen zur Verfügung, die an schweren, fortgeschrittenen oder unheilbaren Krankheiten leiden und sich in der letzten Phase ihres Lebens befinden. Wenn Beschwerden und Belastungen hoch sind, stehen diese Angebote allen zur Verfügung, unabhängig von ihrer Religion, Kultur oder ihrem sozialen Hintergrund. Palliative und hospizliche Einrichtungen und Dienste richten sich auch an Familienangehörige und nahestehende Personen, um ihnen während des Krankheits- und Sterbeprozesses sowie darüber hinaus Unterstützung und Begleitung zu bieten.

Weiterführende Informationen:

Wenn die Krankheit fortschreitet. Broschüre für Patienten und Angehörige (Broschüre) Download / Broschüre bestellen
Demenz am Lebensende Download / Broschüre bestellen

Wie kann ich diese Angebote erhalten?

Um hospizliche und palliative Angebote zu erhalten, können Sie folgende Schritte unternehmen:

  • Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin. Er oder sie kann Ihnen Informationen über verfügbare palliative und hospizliche Dienste in Ihrer Region geben und Sie bei Bedarf an entsprechende Einrichtungen oder Programme verweisen.
  • Wenden Sie sich an ambulante Hospizdienste in der Nähe Ihres Wohnortes. Sie können direkt mit Diensten und Einrichtungen in Ihrer Nähe Kontakt aufnehmen, um Informationen über Angebote und Möglichkeiten der Unterstützung zu erhalten. Adressen und Kontaktdaten erhalten Sie hier
  • Sprechen Sie mit Ihren Angehörigen. Teilen Sie Ihren Wunsch nach palliativer oder hospizlicher Unterstützung mit Ihren Angehörigen, damit diese Ihnen bei der Suche nach geeigneten Dienstleistungen helfen können.
  • Sprechen Sie uns an. Für Fragen rund um die Hospizarbeit und Palliativversorgung wenden Sie sich gern an uns. Unsere Kontaktdaten finden Sie hier.

Weitere Informationen erhalten Sie auf den Seiten von Fachgesellschaften:

Wie viel kostet mich hospizliche und palliative Versorgung?

In Deutschland ist die palliative und hospizliche Versorgung größtenteils durch die Kranken- und Pflegeversicherung finanziert. Die meisten Leistungen werden über eine ärztliche Verordnung geregelt. Dazu gehören ärztliche Leistungen, Pflege, Medikamente zur Symptomlinderung sowie die fachliche Beratung. Um eine entsprechende Verordnung zu erhalten, sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt oder Ihrer behandelnden Ärztin. Für die Angebote ambulanter Hospizdienste ist keine Verordnung notwendig. Hier begleiten qualifizierte Ehrenamtliche die betroffenen Menschen.

Welche Hilfen kann ich als Angehörige oder Angehöriger erhalten?

Als angehörige oder nahestehende Person sind Sie möglicherweise großen Belastungen ausgesetzt. Haben Sie keine Angst davor, Hilfe anzunehmen und Unterstützung zu suchen, um die bestmögliche Begleitung für schwer kranke oder sterbende Angehörige und für sich selbst zu gewährleisten. Sie müssen diese Wege nicht allein gehen. Viele Angebote sind kostenlos und stehen allen offen.

  • Suchen Sie sich Unterstützung. Ambulante Hospizdienste bieten Unterstützung und Entlastung für die Angehörigen schwerstkranker und sterbender Menschen mit Gesprächen, Gruppenangeboten oder mit praktischen Hilfen im Alltag. Für trauernde Angehörige bieten viele ambulante Hospizdienste Gesprächsgruppen, Einzelbegleitungen, Trauercafés u.v.m. an. Anbieter in Ihrer Nähe finden Sie hier.
  • Suchen Sie sich pflegerische und medizinische Entlastung. Palliativpflegedienste verfügen über besonders geschultes Personal und übernehmen pflegerische Tätigkeiten zu Hause. Spezialisierte ambulante Palliativversorger sind Teams von speziell ausgebildeten Ärztinnen und Ärzten, Pflegenden und anderen Berufsgruppen, die ins Haus kommen, um dort Hilfe und Unterstützung anzubieten. Hier finden Sie Anbieter in Ihrer Nähe. Vorübergehende Aufenthalte in Pflegeeinrichtungen (Kurzzeitpflege) können Entlastungsmomente für Angehörige schaffen. Pflegehilfsmittel und Beratung werden z. B. von Pflegekassen bereitgestellt, um die häusliche Pflege zu erleichtern.
  • Suchen Sie sich organisatorische und rechtliche Hilfe. Pflegestützpunkte oder Sozialdienste beraten zu Leistungen der Kranken- und Pflegekassen, zur Pflegegradeinstufung oder zu Hilfsmitteln. Beratung zu Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und rechtlichen Fragen ist über ambulante Hospizdienste, Betreuungsvereine oder Notare möglich.
  • Suchen Sie sich finanzielle Unterstützung. Angehörige können im Rahmen der Pflegezeit und Familienpflegezeit ihre Arbeitszeit reduzieren oder ganz aussetzen, um sich um die erkrankte Person zu kümmern – mit staatlicher Unterstützung. Zuschüsse für Pflegehilfsmittel, Wohnraumanpassungen oder Fahrten zum Arzt können bei Pflege- oder Krankenkassen beantragt werden.

Was ist, wenn das Leid unerträglich wird?

Wenn das Leiden eines schwerkranken oder sterbenden Menschen zu groß wird, ist es wichtig, angemessene Unterstützung zu suchen. Hier sind einige Schritte, die Sie unternehmen können:

  • Sprechen Sie mit dem behandelnden Team über Sorgen, Ängste und aktuelle Beschwerden. Sie können möglicherweise die medizinische Behandlung anpassen oder weitere Wege aufzeigen, um das Leiden zu lindern oder den Schmerz zu erleichtern, sei es durch Medikamente, Pflege oder andere Maßnahmen.
  • Suchen Sie sich zusätzliche medizinische und pflegerische Unterstützung. Wenn noch keine spezialisierte ambulante Palliativversorgung am Behandlungsprozess beteiligt ist, kann die Einbeziehung eines Palliative Care Teams (im Rheinland) bzw. eines Palliativmedizinischen Konsiliardienstes (in Westfalen-Lippe) helfen, das Leiden und die Beschwerden zu lindern. Sie bestehen aus erfahrenen Expertinnen und Experten der Palliativmedizin und ‑pflege sowie weiteren Berufsgruppen und bieten eine umfassende Versorgung für Patientinnen und Patienten mit schweren Erkrankungen. Spezialisierte Teams in Ihrer Umgebung finden Sie hier.
  • Erwägen Sie stationäre Behandlungsmöglichkeiten. Wenn das Leid zu Hause unerträglich wird, bieten Hospize und Palliativstationen Möglichkeiten, Betroffene und ihre Angehörigen zu unterstützen. Hier können Schmerzen und andere Beschwerden bestmöglich gelindert werden und es erfolgt eine ganzheitliche Begleitung – körperlich, seelisch und spirituell. Hier finden Sie Einrichtungen in Ihrer Nähe.
  • Tauschen Sie sich aus. Suchen Sie sich Menschen, mit denen Sie über die aktuelle Situation und die damit verbundenen Belastungen sprechen können. Das können vertraute Menschen, Therapeutinnen und Therapeuten sein oder Mitarbeitende in der Hospiz- und Palliativversorgung. Wenden Sie sich z.B. an einen ambulanten Hospizdienst in Ihrer Nähe. Anbieter finden Sie hier.

Es ist in Ordnung, sich überfordert zu fühlen. Lassen Sie Ihre Gefühle zu und haben Sie keine Angst davor, um Hilfe zu bitten. Achten Sie auf sich und suchen Sie sich Unterstützung, um diese schwere Zeit durchzustehen.

Wie geht es nach dem Tod eines geliebten Menschen für mich weiter?

Der Verlust eines geliebten Menschen kann sehr schmerzhaft sein. Hier sind einige Möglichkeiten, die Ihnen helfen können.

  • Erlauben Sie sich zu trauern. Es ist wichtig, sich Zeit zu nehmen. Trauer ist ein natürlicher Prozess. Heftige Gefühle nach einem schmerzlichen Verlust sind völlig normal. Es ist nicht ungewöhnlich, traurig, wütend, verzweifelt oder verwirrt zu sein.
  • Suchen Sie Unterstützung. Sprechen Sie mit Freundinnen und Freunden, Familienmitgliedern, einer Therapeutin oder einem Therapeuten über Ihre Gefühle. Unterstützung von anderen kann Ihnen helfen, mit Ihrem Verlust umzugehen und sich weniger allein zu fühlen.
  • Schließen Sie sich einer Gruppe an. Benötigen Sie in Ihrer Trauer Begleitung oder einfach ein offenes Ohr für Ihre Sorgen, so können sie sich an die ambulanten Hospizdienste wenden. Dort finden Sie geeignete Ansprechpartnerinnen und -partner und vielfältige Angebote für trauernde Menschen. Ambulante Hospizdienste in Ihrer Nähe finden Sie hier.
  • Nehmen Sie sich Zeit für sich selbst. Denken Sie daran, sich selbst zu pflegen und auf Ihre Bedürfnisse zu achten. Tun Sie Dinge, die Ihnen gut tun!
  • Suchen Sie Ihren persönlichen Weg, um Abschied zu nehmen. Dies kann z.B. durch eine Gedenkfeier, das Schreiben von Briefen oder das Schaffen von Erinnerungen geschehen.

Es ist wichtig zu wissen, dass Trauer ein individueller Prozess ist und dass es keine richtige oder falsche Art gibt, um zu trauern. Geben Sie sich selbst die Zeit und den Raum, den Sie brauchen, um Ihren Verlust zu verarbeiten, und suchen Sie Unterstützung, wenn Sie diese benötigen.

Wie kann ich Vorsorge für das Lebensende treffen?

Viele Menschen haben Sorge, am Ende ihres Lebens nicht mehr selbst bestimmen zu können. Damit auch in dieser Situation sowohl Angehörige als auch der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin Ihren Willen erkunden können, ist das persönliche Gespräch und die Erstellung von Vorsorgedokumenten hilfreich.

Hier sind einige Dinge, die Sie tun können:

  • Sprechen Sie mit Ihren Angehörigen. Teilen Sie Ihre Wünsche und Vorstellungen für das Lebensende mit Ihren Angehörigen und sprechen Sie offen über Ihre Sorgen. Eine offene Kommunikation kann dazu beitragen, Missverständnisse zu vermeiden und sicherzustellen, dass Ihre Wünsche respektiert werden.
  • Erstellen Sie eine Patientenverfügung. Eine Patientenverfügung ist ein rechtliches Dokument, das Ihre Wünsche in Bezug auf Ihre medizinische Behandlung festlegt, falls Sie nicht mehr in der Lage sind, selbst Entscheidungen zu treffen. In der Patientenverfügung können Sie angeben, welche Behandlungen Sie wünschen oder ablehnen und was Sie sich für Ihr Lebensende wünschen. Die Patientenverfügung kommt nur dann zum Tragen, wenn Sie selbst nicht mehr in der Lage sind, Entscheidungen zu treffen oder wenn Sie sich nicht mehr äußern können.
  • Erstellen Sie eine Vorsorgevollmacht. Eine Person Ihres Vertrauens kann als rechtlicher Vertreter oder Vorsorgebevollmächtigter medizinische Entscheidungen treffen, wenn Sie selbst dies nicht mehr können. Stellen Sie sicher, dass diese Person Ihre Wünsche versteht und bereit ist, in Ihrem Sinne zu handeln.
  • Erstellen Sie ein Testament. Ein Testament ermöglicht es Ihnen, Ihre Wünsche bezüglich der Verteilung Ihres Nachlasses festzulegen.
  • Regeln Sie Ihre finanziellen Angelegenheiten. Stellen Sie sicher, dass Ihre finanziellen Angelegenheiten geregelt sind und dass Ihre Angehörigen Zugang zu wichtigen Dokumenten und Konten haben. Sie können einem Menschen Ihres Vertrauens eine Vollmacht für finanzielle Angelegenheiten erteilen.

Es ist ratsam, professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen, damit Sie sicher sein können, dass Ihre Vorsorgedokumente rechtlich gültig sind und Ihren Wünschen entsprechen. Ein Anwalt oder Notar kann Ihnen bei der Erstellung und Überprüfung Ihrer Vorsorgedokumente helfen.
Wenn Sie Beratung oder Unterstützung beim Erstellen einer Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung benötigen, können Sie sich z. B. an Ihren Hausarzt oder Mitarbeitende eines ambulanten Hospizdienstes wenden.

Weiterführende Informationen:

Was Sie bestimmen, zählt! – Vorsorge treffen für die letzte Lebensphase Download / Broschüre bestellen
Entscheidungsfindung in der letzten Lebensphase Download / Broschüre bestellen

Wie kann ich selbst Menschen in Krankheit, am Lebensende und in Trauer unterstützen?

In schweren Zeiten kann ehrenamtliches Engagement eine wertvolle Unterstützung für Menschen sein. Hier sind einige einfache Wege, wie Sie helfen können:

  • Zeigen Sie Mitgefühl und gehen Sie offen auf trauernde Menschen zu, indem Sie zuhören und den Kontakt zum trauernden Menschen suchen. Es ist in Ordnung, dabei unsicher zu sein. Benennen Sie Ihre Gefühle und fragen Sie Ihr Gegenüber, was es braucht. Ihre Anwesenheit und Unterstützung können Trost spenden.
  • Bieten Sie praktische Hilfe an. Entlasten Sie durch praktische Unterstützung wie Einkäufe erledigen, Mahlzeiten kochen oder Besorgungen.
  • Respektieren Sie Wünsche und Grenzen. Achten Sie darauf, die Bedürfnisse und Grenzen der Betroffenen zu respektieren und bieten Sie Hilfe an, ohne sich aufzudrängen.
  • Engagieren Sie sich ehrenamtlich in Hospizdiensten und stationären Hospizen. Beide bieten eine Vielzahl von Möglichkeiten für ehrenamtliches Engagement, von Besuchs- und Begleitdiensten bis hin zu administrativen Aufgaben.

Ihr ehrenamtliches Engagement am Lebensende kann einen großen Unterschied im Leben anderer Menschen machen und dazu beitragen, dass sie sich weniger allein fühlen und die Herausforderungen besser bewältigen können.

Weitere Informationen

Hier finden Sie Broschüren und weiterführende Materialien von ALPHA NRW für Ratsuchende

Fremdsprachen

Hier können Sie die Broschüre Hospiz von A-Z in den Sprachen Russisch und Türkisch erhalten.

Leichte und einfache Sprache

Hier finden Sie Auskunft zu Sterben, Tod und Trauer in einfacher Sprache und in leichter Sprache.