Zielgruppen / Besondere Umstände

Die Angebote der Hospiz- und Palliativversorgung richten sich an unterschiedliche Zielgruppen und Menschen in besonderen Umständen. Hier finden Sie eine Übersicht. Grundsätzlich richten sie sich an Menschen in schwerer, unheilbarer Erkankung und am Lebensende sowie an deren An- und Zugehörige.

Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene

Für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit einer lebensverkürzenden, nicht heilbaren Erkrankung ist die hospizliche und palliative Begleitung und Versorgung sehr wichtig. Priorität hat die Linderung körperlicher Symptome wie Schmerzen, Luftnot, Übelkeit oder Angst. Aber auch den psychischen, sozialen und spirituellen Bedürfnissen wird umfassend Rechnung getragen. Vorrangig sind die Wünsche und Bedürfnisse der Betroffenen. Eltern und Geschwister und weitere Angehörige oder Nahestehende werden in die Begleitung einbezogen.

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene benötigen häufig über viele Jahre eine hospizlich-palliative Versorgung und Begleitung. Dafür gibt es Dienste und Einrichtungen, die auf diese Zielgruppe spezialisiert sind: Ambulante Hospizdienste, Palliativpflegedienste, Teams der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV), Palliativstationen, Stationäre Hospize.

Die Versorgung und Begleitung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen wird durch eigene Rahmenvereinbarungen und Verträge zwischen Leistungserbringern und Kostenträgern geregelt. LINK(wohin?)

ALPHA NRW berät zu den Angeboten für diese Zielgruppe und vermittelt den Kontakt zu Diensten und Einrichtungen in der Nähe des Wohnortes.

Hier finden Sie Broschüren und Handreichungen von ALPHA NRW zu Themen und Fragestellungen rund um die Zielgruppe Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene LINK(wohin?)

Hospizdialog 94 Januar 2023

Ehrenamt

Hospiz- und Palliativversorgung ist ohne ehrenamtliches Engagement nicht denkbar. In NRW sind über 10.000 Menschen ehrenamtlich in diesem Feld aktiv. Sie kommen aus unterschiedlichen Altersgruppen und haben vielfältige berufliche und soziale Hintergründe. Ehrenamtlich in der Hospiz- und Palliativversorgung engagierte Menschen beschreiben ihre Arbeit als sehr bereichernd und sinnstiftend. Für ihre Tätigkeit in der Begleitung unheilbar erkrankter oder sterbender Menschen und ihrer Angehörigen werden sie über mehrere Monate hinweg geschult und erhalten regelmäßig Fortbildungen. In sogenannten Praxisbegleitungen können sie sich über ihre Arbeit in der Begleitung austauschen. Bei Bedarf erhalten sie auch professionelle Unterstützung in Form von Supervision.

Die Bedeutung des Ehrenamtes spiegelt sich auch in gesetzlichen Regelungen wider. Viele Dienste und Einrichtungen sind verpflichtet, ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihre Arbeit einzubeziehen. LINK(wohin?)

Zur Befähigung für die ehrenamtliche Tätigkeit in der Hospiz- und Palliativversorgung gibt es unterschiedliche Modelle. LINK(wohin?)

ALPHA NRW unterstützt Dienste und Einrichtungen mit Seminaren zur Gestaltung von Befähigungskursen für künftige ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Hier geht es direkt zu unserem Padlet

Hier finden Sie Broschüren und Handreichungen von ALPHA NRW zu Themen und Fragestellungen rund um das Thema „Ehrenamt in der Hospiz- und Palliativversorgung“. LINK(wohin?)

Hospizdialog 95 April 2023

Hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

An vielen Stellen im Gesundheitswesen werden die dort arbeitenden Menschen mit Sterben, Tod und Trauer konfrontiert. Darauf sind sie in unterschiedlichem Maß vorbereitet. Für eine Tätigkeit in Diensten und Einrichtungen der Hospiz- und Palliativversorgung sind meist besondere Qualifikationen verpflichtend. Dies ist in Gesetzen, Rahmenvereinbarungen und Verträgen geregelt. LINK(wohin?)

Für die unterschiedlichen Berufsgruppen in der Versorgung und Begleitung wurden spezielle Curricula entwickelt, die den Qualitätsanforderungen der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) entsprechen und die sich an den internationalen Standards der European Association of Palliative Care (EAPC) orientieren. LINK(wohin?)

ALPHA NRW unterstützt hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter u.a. durch Veranstaltungen zum kollegialen Austausch und durch Supervisionsangebote. Eine ALPHA-Studie untersucht Belastungs- und Entlastungsfaktoren der Arbeit im hospizlich-palliativen Kontext. LINK(wohin?)

ALPHA NRW bietet auch persönliche Beratung zu Fragen der beruflichen Orientierung, der Aus- und Weiterbildung.

Hier finden Sie Broschüren und Handreichungen von ALPHA NRW zu Themen und Fragestellungen rund um die hauptamtliche Tätigkeit in der Hospiz- und Palliativversorgung. LINK(wohin?)

Belastungs- und Schutzfaktoren in Teams der Hospiz- und Palliativversorgung in Nordrhein-Westfalen – eine Pilotstudie (2020)
Herausgegeben von ALPHA NRW, 2020 LINK(wohin?)

Altenhilfe

Menschen, die in Einrichtungen der stationären Altenhilfe leben, haben im Bedarfsfall Anspruch auf eine hospizlich-palliative Versorgung und Begleitung. Diese kann durch eine haus- oder fachärztliche Betreuung erfolgen oder durch die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV), wenn eine entsprechende Indikation vorliegt. Psychosoziale Begleitung am Lebensende übernehmen ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von ambulanten Hospizdiensten ohne eine ärztliche Verordnung.

Hauptamtlich Mitarbeitende in der stationären Altenhilfe sind häufig mit Sterben, Tod und Trauer bei Bewohnerinnen und Bewohnern wie bei deren Angehörigen konfrontiert. In den Einrichtungen wächst die Zahl der Mitarbeitenden mit einer Zusatzqualifikation in Palliative Care. Hierzu gibt es unterschiedliche Curricula. LINK(wohin?)

Hier finden Sie Broschüren und Handreichungen von ALPHA NRW zu Themen und Fragestellungen rund um die hospizlich-palliative Versorgung in Einrichtungen der stationären Altenhilfe. LINK(wohin?)

Hospizdialog 61 Oktober 2014
Hospizkultur und Palliativversorgung in Einrichtungen der stationären Altenhilfe in Nordrhein-Westfalen, Abschlussbericht zu einer Erhebung des Ist-Standes
Sarah Wiefels / Birgit Jaspers / Gülay Ates / Martina Kern / Felix Grützner / Frank Gunzelmann / Lukas Radbruch, 2017
Gemeinsam auf dem Weg – Hospizkultur und Palliativversorgung in Pflegeheimen
Herausgegeben von ALPHA-NRW, 2016
Hospizkultur und Palliativversorgung in Pflegeeinrichtungen in Nordrhein-Westfalen
Umsetzungsmöglichkeiten für die Praxis, Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter (Hg.), 2014

Eingliederungshilfe

In den Einrichtungen der stationären Eingliederungshilfe leben Menschen mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen häufig über viele Jahre. Sie werden dort auch in der letzten Lebensphase, in schwerer Krankheit und am Lebensende versorgt und begleitet.

Eine hospizlich-palliative Versorgung und Begleitung kann durch eine haus- oder fachärztliche Betreuung erfolgen oder durch die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV), wenn eine entsprechende Indikation vorliegt. Psychosoziale Begleitung am Lebensende übernehmen ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von ambulanten Hospizdiensten.

Mit einem steigenden Alter der Bewohnerinnen und Bewohner werden die hauptamtlich Mitarbeitenden in der stationären Eingliederungshilfe mit den Themen Sterben, Tod und Trauer konfrontiert. Zur Vorbereitung auf diese Situationen können die Mitarbeitenden Zusatzqualifikationen in Palliative Care erwerben. Hierzu gibt es unterschiedliche Curricula. LINK(wohin?)

Hier finden Sie Broschüren und Handreichungen von ALPHA NRW zu Themen und Fragestellungen rund um die hospizlich-palliative Versorgung in Einrichtungen der stationären Eingliederungshilfe. LINK(wohin?)

Hospizdialog 99 April 2024
Materialsammlung Stein im Schuh – Achtundvierzig Übungen und neun (Fall)Geschichten für die Weiterbildung mit Mitarbeitenden in der Eingliederungshilfe und Netzwerkpartnern der Palliativversorgung und Hospizarbeit 2020 (Link zum Dokument folgt!)
Gemeinsam auf dem Weg – Hospizkultur und Palliativversorgung in Einrichtungen der Behindertenhilfe
Herausgegeben von ALPHA NRW, 2016 (Link zum Dokument folgt!)

Menschen mit Demenz

Eine demenzielle Erkrankung kann für die Betroffenen, ihre An- und Zugehörigen wie alle weiteren, an der Versorgung und Begleitung beteiligten Menschen sehr herausfordernd sein. Deshalb ist der Erwerb von Wissen über einen hilfreichen Umgang mit demenziell erkrankten Menschen auch in der Hospiz- und Palliativversorgung von großer Bedeutung. Besondere Unterstützung benötigen Angehörige, die erkrankte Menschen in ihrer letzten Lebenszeit zu Hause versorgen.

ALPHA NRW hat einen Wegweiser für betroffene Angehörige entwickelt. LINK(wohin?)

Hier finden Sie Broschüren und Handreichungen von ALPHA NRW zum Thema „Demenz am Lebensende“. LINK(wohin?)

Wegweiser „Demenz am Lebensende“ 2016 (Link zum Dokument folgt!)
Hospizdialog 75 April 2018

Trauernde Menschen

Eine unheilbare Krankheit, die das eigene oder das Leben eines Nahestehenden erschüttert, wie auch der Tod eines geliebten Menschen ist eine existenzielle Verlusterfahrung, die meist mit intensiven Gefühlen verbunden ist.

Menschen, die schwer erkrankt sind und sich mit ihrem möglichen Sterben auseinandersetzen, durchlaufen zahlreiche Trauerprozesse. Das gilt auch für An- und Zugehörige sowie Hinterbliebene. Nicht alle Trauernden benötigen eine Begleitung. Diese kann jedoch sehr hilfreich sein. Sollten Trauerprozesse schwerwiegend sein, kann spezielle therapeutische Hilfe gesucht werden.

Vielen Menschen fällt der Umgang mit Trauernden schwer. ALPHA NRW hat hierzu ein „Mutmachseminar“ entwickelt. LINK(wohin?)

Ambulante Hospizdienste, Kirchengemeinden oder Bildungsstätten bieten Trauerbegleitung u.a. in Form von Einzelgesprächen, Trauergruppen, Trauercafés oder Trauerwanderungen an.

Angebote der Trauerbegleitung sind für die Betroffenen in der Regel kostenfrei. Da Trauer nicht als Erkrankung gilt, gibt es für diese Angebote keine Förderung oder Finanzierung durch die Krankenkassen. Sie werden aus Spenden finanziert oder ehrenamtlich durchgeführt.

Zur Qualifizierung für die Trauerbegleitung gibt es unterschiedliche Ausbildungsmodelle. LINK(wohin?)

Hier finden Sie Broschüren und Handreichungen von ALPHA NRW zum Thema Trauer. LINK(wohin?)

An- und Zugehörige

Die schwere, unheilbare Erkrankung und das Sterben eines nahestehenden Menschen sind für An- und Zugehörige eine große Herausforderung. Die Belastungen sind psychisch, aber auch sozial, finanziell und körperlich. Der überwiegende Teil der in der eigenen Häuslichkeit lebenden Pflegebedürftigen wird von Angehörigen versorgt.

In der Hospiz- und Palliativversorgung sind die Menschen im näheren Umfeld der betroffenen Person Teil der Versorgungseinheit. An- und Zugehörige erhalten psychosoziale Begleitung und Hilfen für den Umgang mit Krankheits- und Sterbeprozessen, wenn sie dies wünschen.

ALPHA NRW widmet sich immer wieder dieser Zielgruppe und hat u.a. das aus Großbritannien stammende Unterstützungsinstrument für die Kommunikation mit Angehörigen KOMMA in NRW implementiert. LINK(wohin?)

Hier finden Sie Broschüren und Handreichungen von ALPHA NRW zum Themenfeld „An- und Zugehörige“. (Link zum Dokument folgt!)

Hospizdialog Juli 2024 An- und Zugehörige
Was brauchen Menschen, die ihre schwerstkranken und sterbenden Angehörigen zu Hause versorgen? (Daniela Grammatico / Martina Kern / Elke Ostgathe, 2009) (Link zum Dokument folgt!)
Wenn die Krankheit fortschreitet. Broschüre für Patienten und Angehörige (Link zum Dokument folgt!)
Herausgegeben von ALPHA NRW, 8. Aufl. 2024

Migration

Menschen mit Migrationshintergrund haben in unterschiedlicher Weise Zugang zu den Angeboten der Hospiz- und Palliativversorgung. Eine Herausforderung können sprachliche Barrieren sein. Auch die kultureigenen Umgangsweisen mit den Themen Sterben, Tod und Trauer spielen eine Rolle.

Die Leistungserbringer der Hospiz- und Palliativversorgung sind nicht immer angemessen auf diese Zielgruppe vorbereitet. Häufig werden Informationen und Wissen über Unterstützungs- und Hilfsgangebote nicht in ausreichendem Maß oder in der passenden Form vermittelt.

ALPHA NRW nimmt seit vielen Jahren diese Zielgruppe in der hospizlich-palliativen Versorgung durch Projekte und unterstützende Materialien mit in den Blick.

Hier finden Sie Broschüren und Handreichungen von ALPHA NRW zum Themenfeld „Menschen mit Migrationshintergrund“. LINK(wohin?)

Hospizdialog 83 April 2020
Praxishandbuch Vielfalt in Hospiz- und Palliativarbeit (Aylin Aydogdu / Handan Kaymak, 2021) (Link zum Dokument folgt!)
Hospiz- und Palliativarbeit für Menschen mit Migrationshintergrund
(Daniela Grammatico, 2018) (Link zum Dokument folgt!)

Armut und Wohnungslosigkeit

Menschen in Armut und prekären Lebensumständen haben häufig einen nur eingeschränkten Zugang zu den Angeboten des Gesundheitswesens. Dies gilt auch für die Versorgung und Begleitung in schwerer Erkrankung und am Lebensende. Abhängig von der Art der Unterkunft oder Unterbringung stellt sich die Situation unterschiedlich dar: ohne Unterkunft auf der Straße oder in provisorischen Unterkünften lebend, in ordnungsrechtlicher Unterbringung oder in stationären Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe.

Für diese Personengruppen bedarf es besonderer Versorgungs- und Begleitungsansätze. Es gibt erfolgreiche Modelle, wie den Bedürfnissen dieser Zielgruppe Rechnung getragen werden kann, etwa durch aufsuchende niedrigschwellige Angebote.

Hier finden Sie Broschüren und Handreichungen von ALPHA NRW zum Thema Hospiz- und Palliativversorgung für Menschen in Armut und Wohnungslosigkeit. LINK

Hospizdialog 96 Juli 2023
Hospizdiaolog 50 2012
Die Bedeutung von Armut in der Hospiz- und Palliativversorgung
(Martina Rubarth / Gerlinde Dingerkus, 2009) (Link zum Dokument folgt!)